Mittwochsbrief
Donnerstag, 09. Juli 2009 um 00:00

Ein neues Buch


Vor mir habe ich ein neues Buch

ungelesen

nur wer das Buch geschrieben hat

weiß

was darin steht


ist es spannend

oder ist es

nur etwas Gewöhnliches,

handelt es von kranken oder von gesunden

Menschen


so manch verborgenes Geheimnis

gibt es in meinem neuen Buch.


Alle Neugeborenen sind ja

gleich wie neue Bücher

manchmal leben sie

nur ein Kapitel lang

manchmal

leben sie das Buch zu Ende


alle Geheimnisse, die es

in einem neuen Buche gibt,

gibt es auch bei allen Neugeborenen.


Wie wird ihr Leben werden

wird es

ein spannendes Buch

ein Alltagsbuch

ein Buch in dem es um Krieg geht

wird es ein dickes Buch

oder eines mit nur ein paar Seiten

wird es ein Buch

das die Leute

nur einmal lesen möchten?


Der Verfasser des Buches

weiß es

ich weiß nur

vor mir habe ich

ein neues Buch.


Barbro Karlén

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Liebe Leserinnen und Leser,

aufgrund einer recht schlaflosen Nacht heute selbst um Worte verlegen, dachte ich mir, ich nehme an dieser Stelle meine Aufgabe als Literaturvermittlerin mal wörtlich und teile eine der Perlen mit ihnen, auf die man beim Durchstöbern der Regale hin und wieder stößt.


Hier im Bücher-Kabinett gehen die Dinge ihren gewohnten Gang. Wir arbeiten und pausieren, stellen Bücherkisten raus und bei Regenschauern wieder rein, klemmen uns an heißen Tagen dankbar neben die Klimaanlage und versorgen unsere Kunden (zugegeben manchmal ein wenig neidisch) mit Urlaubslektüre.


Auch ein frischer Wind hat Einzug im Laden gehalten: Er ist eine sie, heißt Elena Hinterpohl und sitzt in diesem Augenblick gerade mit unserem Chef im Büro, um ihren Ausbildungsvertrag zu unterzeichnen. Elena macht seit einigen Wochen ein Praktikum bei uns und wird ab September als neue Auszubildende ein fester Bestandteil unseres Teams sein. Man hat sich „gesucht und gefunden“ ist diesbezüglich das bei uns allen vorherrschende Gefühl – die Freude auf eine Zusammenarbeit somit groß.


Nun zu den Büchern für diese Woche:


Erika Beltle: Was die Sprache versteckt hält


Die Beiträge dieses Buches kreisen um den geheimnisvollen Vorgang, wie aus Sprache Dichtung wird. Grundlage sind die Hinweise Rudolf Steiners über das Wesen der Dichtkunst und ihre jeweiligen Stil- bzw. Kunstmittel. Denn nur durch die Inhalte allein wird die Kunst nicht zur Kunst, Prosa nicht zur Poesie. Ihre Ausdrucksmittel sind immer nur die Form und die einzelnen Elemente, durch die der Inhalt erscheint.


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Max Picard: Wort und Wortgeräusch


Menschliche Kultur bedarf der Sprache, und Sprache in ihrem Ursprung ist Sprechen. Dieses zu pflegen wird immer notwendiger, diese Pflege zu wollen immer schwerer. Verliert der Mensch das Wort, entzweit er sich dem geistigen Kern seines Wesens, er kann sich nicht mehr zu sich selbst verwandeln, er verkümmert. Dann aber ergreift ihn die Maschine, es digitalisiertc sich sein Leben, er starrt hinüber in das Wort, doch er versteht es nicht mehr. Still aber eindringlich hat Max Picard vor einem halben Jahrhundert auf Symptome der Sprachverarmung hingewiesen und zugleich Anregungen gegeben, der Urkraft der Sprache sich zu nähern. Seither hat die Situation sich zugespitzt; das “Wortgeräusch” hat überhand genommen, sozusagen ist es über die Ufer getreten und überspült die in Jahrtausenden gewachsenen Qualitäten der Sprache und des Sprechens. Wer heute versuchen will, aus den Erneuerungskräften der Sprache zu schöpfen, findet bei diesem tiefsinnigen Diagnostiker der modernen Gesellschaft einen wesentlichen Ausgangspunkt.


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Craig Holdrege: Der vergessene Kontext


«Als eine beispielhafte Darstellung ... sei das Buch des Biologen Craig Holdrege genannt ... Wer sich einen Überblick über die Entwicklung und die Methoden der Gentechnik verschaffen will und eine Urteilsgrundlage für ihr Verständnis von einem anthroposophisch-wissenschaftlichen Gesichtspunkt, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen.» Johannes Kühl, Leiter der Naturwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum «Die theoretischen Grundlagen der genmanipulierenden Biotechnologie und ihre größten Risiken werden von Craig Holdrege in seinem hervorragenden Buch durchgreifend auseinandergenommen ... Alle, die mit der Biotechnologie zu tun haben, Befürworter und Kritiker, und alle Naturwissenschaftler sollten dieses Buch lesen.» Michael W. Fox, Vice President, The Humane Society of the United States

Allgemeinverständlich schildert Craig Holdrege Entwicklung, Hintergründe, Grenzen und Herausforderungen der Gentechnik. Doch das Buch ist weit mehr als eine Einführung: Präzise und nachvollziehbar wird der Nachweis erbracht, daß der genetische Re-duktionismus nicht zu einem wirklichen Verständnis des Organischen führt, solange Lebenszusammenhänge unberücksichtigt bleiben. Der kontextuale Ansatz bietet einen eigenständigen Erkenntniszugang zu dem, was Rudolf Steiner als das Ätherische bezeichnet. Erst in dieser Erweiterung wird eine sachgemäße und ethische Bewertung der Gentechnik möglich. Ein Buch für interessierte Laien, besonders aber für Studierende der Biologie und deren Lehrer.


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Die Mitte woanders – Leben und arbeiten mit außergewöhnlichen Menschen


Es sind außergewöhnliche Menschen, die uns aus dem Bildband 'Die Mitte woanders' entgegenblicken: Menschen, die in Gemeinschaften und Werkstätten leben und arbeiten, die dort betreut, gefördert und gefordert werden.

'Die Mitte woanders' gibt auf atmosphärisch dichte Weise einen Einblick in die Besonderheiten der anthroposophischen Sozialtherapie, der Heilpädagogik und der Impulse in der Sozialarbeit. Die kunstvollen Porträts und einfühlsamen Momentaufnahmen des Fotografen Wolfgang Schmidt überzeugen durch die starke Intimität, die aus ihnen spricht, ohne distanzlos zu sein. Daneben setzt Holger Wilms in einzelnen Worten oder knappen Sätzen unkonventionelle Sprachzeichen, die zum Selber- oder Weiterdenken animieren.


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Gertrud Osterwald: Freude


Ohne Freude erscheint uns das Leben sinnlos und leer. Doch gibt es sie heute eigentlich noch, die echte, tiefe Freude? Aus welchen Quellen fließt dieses geheimnisvolle Elexier, das uns über den Alltag erhebt und uns die Welt in Schönheit erstrahlen läßt? Wie läßt sich Freude neu lernen? Gertrud Osterwald möchte jenen heiligen Funken Begeisterung, die zu höheren Sphären emporträgt, im Leser entzünden, aber auch jene stille Daseinsfreude wecken, die in Zeiten der Trauer das Leben erträglich macht.


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Mieke Mosmuller: Der lebendige Rudolf Steiner – Eine Apologie


Die anthroposophischen Wahrheiten, als reine Gestalten des Geistes, sind wie Formen des Geistesforschers selbst. Gestaltungen seines geistigen Wesens, wohindurch die geistigen Wesen sich kundgeben konnten. Nicht, dass Rudolf Steiner nicht mehr als sein eigenes Wesen ausgesprochen hat, das hat er ja vorzüglich. Aber er lebte nicht von seinem Wort, von seinem Gedanken getrennt, er war eins damit. Er lebte sich - und in sich die geistige Welt - in seinen Worten dar. Liest man eine Zeile, so hat man ihn selbst, zusammen mit dem gelesenen Inhalt, aufgenommen.

In diesem Buch wird aus dieser Quelle geschöpft. Die Geistgestalt Rudolf Steiners wird in seiner Lebendigkeit erlebt und beschrieben.


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Freya Jaffke: Puppenspiel für und mit Kindern


Dieses Buch animiert Eltern und Erzieher durch viele praktische Anleitungen, Fotos und pädagogische Hinweise, Puppen selbst herzustellen und für Kinder kleine Spiele aufzuführen. Durch die offene Spielweise des Tischtheaters kann das Kind jeden Vorgang und auch den Spieler beobachten und sich zugehörig fühlen. Freya Jaffke gibt Tipps und Hinweise zum Aufbau von Spielszenen mit Tüchern und einfachen Requisiten, zur Herstellung verschiedenartiger Puppen sowie zur Aufführungspraxis und gibt Beispiele für geeignete Märchen und Geschichten.


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Anneliese Metzig-Brusberg: Mein kleines Zwergenbuch


Das Pappbilderbuch schildert die Reise eines Zwerges ins ferne Land der Trolle. Die Zwerge wohnen in einer Höhle im Felsgestein, wo sie die schönsten Kristalle hüten. Und einer davon ist für die Trolle bestimmt...


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Drehbilderbuch Frau Holle


Eines der beliebtesten Märchen der Gebrüder Grimm, Frau Holle, einmal anders: als Drehbilderbuch. Durch dieses alte, weitgehend in Vergessenheit geratene Prinzip bekommen die Bilder eine zusätzliche Dimension, sie geraten in Bewegung. Im Gegensatz zu den Zieh-Bilderbüchern ist der Mechanismus der Drehscheibe weniger anfällig, so dass auch kleinere Kinder schon damit umgehen können. Ein weiteres kleines Meisterwerk der erfolgreichen Illustratorin Gertraud Kiedaisch.


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Wir freuen uns wie immer auf Ihre Bestellungen, Fragen und Anregungen.

Eine schöne Woche wünscht Ihnen allen

Lisa Beuster

 
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